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Klassische Musik und Oper von Classissima

Herbert von Karajan

Sonntag 26. Februar 2017


nmz - neue musikzeitung

gestern

Mehr Tuch als Fühlung – Der Salzburger Osterfestpiel-„Otello“ hatte Premiere an der Semperoper Dresden

nmz - neue musikzeitungEs war ein echter Coup mit tieferer Bedeutung, als die Sächsische Staatskapelle und ihr Chef Christian Thielemann ihren Deal mit den Salzburger Osterfestspielen eingingen. Als den Berliner Philharmonikern und Simon Rattle für den von Herbert von Karajan einst erfundenen Ausflug in die Welt der Oper an die Salzach, in Baden-Baden ein noch üppiger gefüllter Brotkorb vor die Nase gehalten wurde und sie dem folgten, waren die Dresdner und Thielemann für die Nachfolge erste Wahl. Damit endete für das Sächsische Ausnahme-Orchester sozusagen die Nachkriegszeit und stellte die natürlich Rangordnung, einer auf Tradition beruhenden Qualität, wieder her. Für Salzburg springt seit vier Jahren bei diesem Deal heraus, dass ein genetisches Auch-Opernorchester im Graben sitzt, wo der Berliner Edelklangkörper bis dahin jedes Mal aufs Neue beweisen musste, dass er halt auch Oper „kann“. Und für Semperoper springt in dieser Kooperation eine 1A Produktion heraus, die in Salzburg sozusagen ihren Probelauf absolviert hat. Hauptbild:  Weiterlesen

Crescendo

14. Februar

Zum Tod von Nicolai Gedda

Als sein Tod bekannt wurde, war er bereits einen Monat vergangen. Es passte zu diesem diskreten und zurückhaltenden Mann, den viele den Jahrhunderttenor nannten. „Ich sehe aus wie ein ordentlicher Bankbeamter aus Stockholm“, lachte Nikolai Gedda im Gespräch in seinem Haus am Genfer See. „Ich wollte niemals den Star spielen.“ Brauchte er auch nicht. Sein silbrig heller Tenor, der mühelos, mit unbeschwerter Eleganz und Präzision in höchsten Sphären schwebte, ohne je die Grenze vom Sentiment zur Sentimentalität zu überschreiten, ließ ihn strahlen. Wenn nötig in sieben Sprachen, denn Gedda sprach fließend Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Russisch und Tschechisch. Und natürlich Schwedisch. Sie waren das Erbe einer bewegten Kindheit in Leipzig und Stockholm, wo er als uneheliches Kind zunächst ins Waisenhaus und dann in die Obhut einer Tante und eines russischen Stiefvaters kam. Seine leiblichen Eltern meldeten sich erst, als er berühmt war: „Das war bitter. Mein Vater hat geprahlt mit mir. Meine leibliche Mutter soll, wie man mir erzählte, einmal nach einem Konzert hinter die Bühne gegangen sein. Sie hat nichts gefragt, nur ihre Hand ausgestreckt und meine Kleidung berührt. Doch ich bemerkte sie nicht.“ Wichtige Mentoren wurden ihm der legendäre EMI-Produzent Walter Legge und Herbert von Karajan, dem er kritisch gegenüberstand. „Ich habe viel von ihm gelernt. Aber er war kalt, egozentrisch, machthungrig und unpersönlich“, sagte er im Interview. „Alles war seine Show … Wir waren Teil der Maschinerie, hatten Angst vor ihm. Stimmen waren Karajan egal … Er konnte von einer Stimme besessen sein, wollte aber dann, dass man Partien sang, die einem auch schaden konnten. Viele Karrieren hat er dadurch, wenn nicht zerstört, so doch verkürzt.“ Geddas Laufbahn aber nicht. Von Bach über Mozart, Schubert, italienischen Belcanto und französisches Opernfach bis hin zur Wiener Operette reichte sein Repertoire. Singen war wie eine Therapie, räumte er ein. Mit jeder Rolle gelang ihm immer mehr, sich von seiner großen Schüchternheit zu befreien. „Leidenschaft, das können alle“, schrieb Arnold Schönberg. „Aber Innigkeit, die keusche höhere Form der Gefühle, scheint den meisten Menschen versagt zu sein.” Nikolai Gedda nicht. In über 80 Opernproduktionen lebt er weiter. Von Teresa Pieschacón Raphael




Crescendo

13. Februar

Musik und Gender: Und was ist, wenn die Falten kommen? - Musik und Gender

Dirigentinnen sind genervt von den ewigen Fragen zu ihrem Geschlecht. Aber sie fallen noch auf – solange sie jung und hübsch sind. Was für ein Skandal! Als eine der ersten Frauen am Pult der Berliner Philharmoniker präsentierte Lise Maria Mayer 1929 neben Werken von Beethoven und Weber auch ihre eigene Tondichtung Kokain. Viele Konzertbesucher gerieten in Rage. Weniger wegen der Musik, sondern weil sie vorn im Parkett keine Dame mit weißen Rosen erblickten. Mayers Ehemann hatte nämlich eine fingierte Heiratsanzeige aufgegeben, um Käufer für die teuersten Konzerttickets zu finden. Heute führen Auftritte von Dirigentinnen normalerweise nicht mehr zu Tumulten. Und doch haben diese Frauen mit Lise Maria Mayer eines gemeinsam: Sie sind gegenüber ihren männlichen Kollegen weiterhin deutlich in der Minderzahl. Dass eine solche Ungleichheit im 21. Jahrhundert fortbesteht, erscheint skandalös. Das Lucerne Festival lud deshalb im vergangenen Sommer Dirigentinnen und Komponisten dazu ein, sich unter dem Motto „PrimaDonna“ gemeinsam vorzustellen. Das Interesse der Öffentlichkeit war offensichtlich groß. Doch ist die Geschlechterfrage für die Künstlerinnen selbst ein wichtiges Thema? Die einhellige Antwort darauf lautet: Nein! „Ich wache ja nicht morgens auf und sage mir: Hey, ich bin eine Frau, meint die kanadische Sängerin und Dirigentin Barbara Hannigan in dem Film „Maestras – der lange Weg der Dirigentinnen ans Pult“, der am 11. März um 21.15 Uhr auf 3sat ausgestrahlt wird. „Mich macht es eher traurig, wenn mir die Frage gestellt wird, wie ich mich als Frau am Dirigentenpult fühle. In meinem Beruf spielt dieser Gedanke für mich überhaupt keine Rolle“, sagt Joana Mallwitz, seit der Spielzeit 2014/15 Generalmusikdirektorin des Theaters Erfurt, im Interview mit crescendo. „Dirigieren bedeutet Kommunikation, die auf einer individuellen Körpersprache beruht. Der Klang des Orchesters wird dadurch direkt beeinflusst. Einen typisch männlichen oder weiblichen Dirigierstil kann ich nicht erkennen.“ Mallwitz, Jahrgang 1986, ist allerdings auch davon überzeugt, dass frühere Generationen von Dirigentinnen erst einmal das Eis brechen mussten. Hätten Kolleginnen wie Simone Young, Marin Alsop oder Sylvia Caduff nicht wertvolle Pionierarbeit geleistet, wäre es für die jungen Dirigentinnen heute sicherlich schwieriger, sich zu behaupten. Caduff, 1937 in Chur geboren, steht im Fokus des Films über die „Maestras“, den Günter Atteln und Maria Stodtmeier im letzten Sommer in Luzern gedreht haben. Ihre künstlerischen Anfänge sind beeindruckend. Die Schweizerin studierte Dirigieren bei ihrem Mentor Herbert von Karajan, gewann 1966 den prestigeträchtigen Mitropoulos-Wettbewerb in New York und assistierte ein Jahr lang Leonard Bernstein. Anders als Claudio Abbado, dem der Preis eine Weltkarriere eröffnete, landete Caduff jedoch in der deutschen Provinz und wurde 1977 Generalmusikdirektorin in Solingen. Im Jahr darauf sprang sie für den erkrankten Karajan am Pult der Berliner Philharmoniker ein. Seither haben nur Simone Young, ebenfalls als Einspringerin, sowie die Finnin Susanna Mälkki und die französische Barockexpertin Emmanuelle Haïm die Philharmoniker dirigiert. Macht auszuüben, habe sie nie interessiert, bekennt Caduff vor der Kamera. „Wenn ich boxen muss, dann lasse ich es lieber bleiben. Vielleicht ist das eine falsche Einstellung. Vielleicht müsste man ja nur ein bisschen boxen.“ „Für mich steht immer die Musik im Vordergrund. Allerdings gibt es in dem Beruf inzwischen auch viele Frauen, die vor allem ihre Karriere im Blick haben“, meint die griechische Komponistin, Dirigentin und Ensemblegründerin Konstantia Gourzi, die außerdem Professorin an der Hochschule für Musik und Theater in München ist. Im Sommer 2016 leitete sie unter anderem die Uraufführung ihres Werks Ny-él, two Angels in the White Garden mit dem Orchester der Lucerne Festival Academy. Die traditionellen gesellschaftlichen Rollenmuster seien mittlerweile zwar aufgebrochen, sagt sie im Gespräch mit crescendo. „Doch wenn Männer und Frauen gleich gut sind, fällt die Wahl weiterhin meistens auf den Mann.“ Komponierende und dirigierende Männer hätten es zudem leichter, in ihrer Doppelrolle wahrgenommen zu werden. Frauen würden dagegen eher auf eine einzige Tätigkeit festgelegt. „Lange Zeit galt der Grundsatz ,Mulier taceat in ecclesia‘ – ,Das Weib schweige in der Gemeinde‘. Nur der Mann hatte das Recht, das Wort zu führen“, meint Susanne Stähr, Dramaturgin beim Lucerne Festival. „Am Dirigentenpult hat es besonders lange gedauert, bis dieser Mechanismus durchbrochen war. An deutschen Hochschulen beträgt der Anteil der Dirigierstudentinnen mittlerweile immerhin schon etwa 30 Prozent. Trotzdem sind wir noch nicht da, wo wir sein müssten.“ Dass die 30-jährige Litauerin Mirga Gražinytė-Tyla als Nachfolgerin von Andris Nelsons Musikdirektorin des City of Birmingham Symphony Orchestra geworden ist, sieht Stähr als „Quantensprung“. Die interessante Frage bleibe aber, ob Frauen auch dann noch am Dirigentenpult akzeptiert würden, wenn sie nicht mehr jung und drahtig seien. Hochbetagte männliche Kollegen wie Bernard Haitink und Herbert Blomstedt würden weiterhin von Orchestern eingeladen. „Doch wird die Gesellschaft irgendwann reif sein für eine greise Maestra? Im Moment sehe ich das noch als großes Tabu.“ Corina Kolbe

Crescendo

5. Dezember

Gewinnen Sie einen Arche-Kalender 2017 - Arche-Kalender 2017

Arche-Kalender zu verschenken, geschenkt zu bekommen oder sich selbst zum Geschenk zu machen bereichert die Bescherung. Und wenn man dann am 1. Januar des neuen Jahres das erste Blatt liest, weiß man, dass man im neuen Jahr angekommen ist. crescendo verlost von jedem Arche-Kalender 2017 je drei Stück. Von Nähe und Ferne, Musikern und ihren Karrieren, literarischen Genüssen in der Küche. Komplett durch 53 Kindergedichte aus aller Welt: Arche Wochenkalender 2017 bereichern, beflügeln, bezaubern… Arche Literatur Kalender 2017 – Von Nähe und Ferne 60 Bl. / 58 Fotos / farbig / € 22,00 / ISBN 978-3-0347-6017-1 Von der Sehnsucht nach Nähe und vom Schmerz über ihren Verlust. Vom Aufbruch in die Ferne und vom Leiden am Fernsein. Nähe und Ferne – die beiden Pole im menschlichen Miteinander, auch sie haben das Leben und Schreiben jener 53 Autorinnen und Autoren geprägt, die diesmal im neuen Arche Literatur Kalender 2017 versammelt sind. Von Martha Gellhorn zum Beispiel, die hin und her gerissen ist zwischen ihrer Ehe mit Ernest Hemingway und ihrem Beruf als Kriegsreporterin, oder Somerset Maugham, der auch nach 50 Jahren noch nicht den Verlust seiner Mutter überwunden hat. Die Ikone der Literaturkalender enthält wie immer: schöne Fotos, informative Text- und Bildlegenden, Kurzbiographien und ein umfangreiches Kalendarium. Arche Musik Kalender 2017 – Musiker und ihre Karrieren 60 Bl. / 58 Fotos u. Abb. / farbig / € 22,00 / ISBN 978-3-0347-8017-9 Umjubelt, gefeiert, umschwärmt. Glanz und Glamour. Stolz und Rausch. 53 Zeugnisse von Musikerinnen und Musikern über ihre Karrieren und ihr Leben mit dem Ruhm. Auf dem Cover: Lässig, cool, hochbegabt – der russische Pianist Vladimir Horowitz, Anfang der 1930er Jahre. Und Karajan – unerbittlich im Perfektionismus: „Wer mit mir arbeiten will, muss da einfach mithalten.“ Inzwischen ist er Kult, der Arche Musik Kalender: exzellent gedruckt, hinreißende Fotos, ausführliche Bildlegenden, Kurzbiographien und Kalendarium mit Lebensdaten. Ein Wochenkalender für alle, die Musik zum Leben brauchen. Arche Küchen Kalender 2017 – Literatur & Küche Hg. v. Sybil Gräfin Schönfeldt 60 Bl. / 76 Abb. u. Fotos / vierfarbig / € 19,90 / ISBN 978-3-0347-6117-8 The same procedure as last year, Miss Sophie? The same procedure as every year, James! … Wer kennt ihn nicht? Den 18-minütigen Jahresendzeitsketch Dinner for One. Und wer sieht nicht jeden Silvester mit demselben Vergnügen, wie Butler James der 90 jährigen Miss Sophie ein Vier-Gänge Menü serviert – der erste Gang die Mulligataway-Soup. Die und viele andere „literarische“ Gerichte serviert auch Sybil Gräfin Schönfeldt im neuen Arche Küchen Kalender 1917. Und so wie immer Woche für Woche – ob von Elizabeth George, Harper Lee oder Thomas Mann. Und wie jedes Jahr mit Tipps und Rezepten. Ein sinnenfreudiges Vergnügen für Auge, Geist & Gaumen. Arche Kinder Kalender 2017 – Mit 53 Gedichten und Bildern aus aller Welt Hg. von der Internationalen Jugendbibliothek München 60 Bl. / 53 vierfarbige Illustrationen / € 18,00 / ISBN 978-3-0347-7017-0 Alle Jahre wieder, zauberhaft wie immer … Ein Pinguin, der sehnsüchtig auf ein Schiff wartet. Ein Kind, das auf einem Baum schläft: 53 zweisprachige Gedichte aus über 30 Ländern mit den dazugehörigen Originalbildern. Von Norwegen bis China, von Indien bis Kanada. Fröhlich und komisch, rätselhaft und nachdenklich. Auch mit dem Arche Kinder Kalender 2017 können Kinder in jedem Alter wieder entdecken, wie wichtig und schön Wort, Reim und Rhythmus sind. Weitere Informationen finden Sie unter: www.arche-kalender-verlag.com Gewinnen Sie mit crescendo einen Arche-KalenderWenn Sie einen Arche-Kalender gewinnen wollen, senden Sie dafür bis zum 22.12.2016 eine E-Mail mit Ihren Kontaktdaten, dem Betreff “Kalender” sowie der Angabe ihres gewünschten Exemplars an gewinnspiel@crescendo.de. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.



Crescendo

14. Oktober

Viele Herausforderungen für Zietzschmann - Wie die designierte Intendantin der Berliner Philharmoniker Hamburg verlässt

Andrea Zietzschmann wird den Berliner Philharmonikern als Intendantin gut tun. In der Hamburger Elbphilharmonie wird sie fehlen. Von Axel Brüggemann Was war das für ein Hickhack! Das Berliner Musiker-Konkave tagte, eine Pressekonferenz wurde anberaumt, der Wunschkandidat angerufen – aber der sagte ab. Allgemeine Verwirrung, kein Ergebnis. Dann endlich die Erlösung: Kirill Petrenko wurde zum neuen Chef der Berliner Philharmoniker bestellt und sagte: „Ja“. Aber auch: „Irgendwann.“ Damals gab es mehr Fragen als Antworten. Unter anderem, wann der Dirigent denn München nun in Richtung Spree verlassen wird. Dass Petrenko ein musikalisches Genie ist, stand immer außer Frage. Aber es wurde auch gefragt, wie der Mann, der so gerne schweigt und Interviews weitgehend als störend empfindet, das globale Marketing der Weltmarke Berliner Philharmoniker vorantreiben kann. Auch deshalb war man gespannt darauf, wer die Philharmoniker als Intendant leiten wird. Nun wurde Andrea Zietzschmann bestellt. Sie ist eine mindestens so gute Wahl wie Petrenko. Auch, wenn ihr Amtsantritt bereits jetzt einige wichtige Fragen aufwirft. Was wird aus Hamburg? Die größten Fragen stellt man sich derzeit allerdings wohl weniger in Berlin als in Hamburg: Hier hatte Zietschmann erst vor drei Jahren das NDR Orchester übernommen, das unter ihr zum „Elphilharmonie Orchester“ umbenannt wurde. Nach der Gründung des Mahler Chamber Orchestras und einer Station beim Hessischen Rundfunk versprach der NDR ihr damals eine neue, große Herausforderung. Sie sollte Thomas Hengelbrocks eher mittelmäßiges Ensemble fit machen, um als Heimatorchester der Elbphilharmonie genügend neues Publikum in das Vorzeigehaus zu locken. Eine Aufgabe, deren Erfolg bis heute nicht abschätzbar ist. Dass die Elbphilharmonie als architektonisches Wunder in der Anfangszeit erfolgreich sein wird, steht außer Frage. Aber das neue Haus hat eben keine Berliner Philharmoniker, die Musikfans aus der ganzen Welt auch dann locken, wenn der „Aha“-Effekt verebbt ist. Zietschmann konnte in Hamburg mit politischer Rückendeckung rechnen. Ein finanzielles Bekenntnis des NDR half ihr, einen fast unlösbaren Spagat zu schaffen: Die Mietkosten für das NDR-Orchester werden in der neuen Nobel-Konzerthaus-Immobilie an der Elbe von 300.000 Euro auf 800.000 Euro explodieren. Zietschmann will das mit einer neuen Preispolitik, einer engeren Publikumsbindung und neuen Publikumsschichten kompensieren. Ob dieser Plan aufgeht, wird sich erst noch zeigen. Auch, ob die Mehrkosten für das NDR-Orchester einen Sparkurs bei den anderen NDR-Ensembles nach sich ziehen werden. Die Debatte, ob es überhaupt zum Öffentlich-Rechtlichen Auftrag des NDRs gehört, sich dermaßen offensiv an der Finanzierung der Elbphilharmonie zu beteiligen, wird wohl auch erst noch geführt werden – aber dann ist Zietzschmann schon lange in Berlin. Offen, freundlich und bestimmt In Hamburg hat sie gezeigt, dass sie eine gute Musik-Managerin ist, dass sie parkettsicher verhandelt, dass sie gerade im verkrusteten, hanseatischen Klassik-Klüngel eine perfekte Strippenzieherin ist und es schafft, ihre eigenen Interessen auch gegenüber mächtigen Gegnern durchzusetzen. All das tut sie mit einer erfrischenden Offenheit und Freundlichkeit. Um so größer dürfte die Enttäuschung beim NDR gewesen sein, als die Berliner der Intendantin ein Angebot machten, das sie nicht ausschlagen konnte. Wenn Zietzschmann nun bereits 2017, nach der Eröffnung der Elbphilharmonie, nach Berlin weiterzieht, wird ihr Hamburger Nachfolger auf der einen Seite eine gemähte Wiese vorfinden, auf der anderen Seite aber auch alle bisher noch unabsehbaren Risiken vertreten müssen. In Berlin wird Zietzchmann derweil zu Recht mit offenen Armen empfangen. Ihr Vorgänger, Martin Hoffmann, kam aus dem Medienzirkus, überließ Simon Rattle die Scheinwerfer der Öffentlichkeit und bastelte im Hintergrund an einem eigenen Philharmoniker-Label, an der Digital Concerthall und fiel ansonsten nicht weiter auf. Genau das aber wird nun wohl Zietzschmanns Rolle sein. Zum einen, weil Petrenko nicht gerade für seine Medien-Offenheit bekannt ist. Zum anderen, weil auch die Berliner Philharmoniker, die musikalisch derzeit wieder gewaltig an Profil gewinnen, in den letzten Jahren viele kulturpolitische Fragen ausgesessen haben. Agenda für Berlin Weder von Rattle noch von Hoffmann bekam man Antworten auf die durchaus brisante Frage, wie sich die Berliner zu Gastspielen in den Vereinigten Arabischen Emiraten verhalten, in denen jüdische Orchestermitglieder als Vogelfrei gelten und zum Teil nicht mitreisen. Ist es für ein deutsches Orchester mit angeblichem Bewusstsein für die eigene Vergangenheit eigentlich korrekt, in Abu Dhabi Millionen abzugreifen und dafür die Vision eines humanistischen Orchesters zu verraten? Fraglich auch, ob es unter Zietzschmann mit jenem Kurs weitergehen wird, den ihr Vorgänger vorangetrieben hat. Gemeint ist das offensive Flirten mit lukrativen Geldgebern. So haben die Berliner Philharmoniker unter Hoffmann die Salzburger Osterfestspiele (eine Tradition seit Karajan) aufgegeben und sind ins finanzstärkere, aber künstlerisch unbedeutendere Baden-Baden gezogen. Seither stiehlt ihnen die Staatskapelle Dresden zu Ostern regelmäßig die Show in Salzburg. Ähnlich verkalkuliert haben sich die Berliner wohl auch mit den öffentlich-rechtlichen Sendern: Das ZDF hat sie kurzerhand nicht länger verpflichtet und lässt stattdessen ebenfalls die Dresdner zu Silvester spielen. Andrea Zietzschmann wird in Hamburg viele offene Aufgaben zurücklassen und in Berlin auf ein Orchester stoßen, das bereit für einen erneuten, massiven Wandel ist – einen Wandel, der aus dem Bewusstsein des Vergangenen in die Zukunft strebt. Die neue Intendantin wird Fingerspitzengefühl beweisen müssen. Aber das hat sie in Hamburg ja bereits unter Beweis gestellt.

Herbert von Karajan
(1908 – 1989)

Herbert von Karajan (5. April 1908 - 16. Juli 1989) war ein österreichischer Dirigent. Er zählt zu den bekanntesten und bedeutendsten Orchesterleitern des 20. Jahrhunderts. Karajan arbeitete mit vielen angesehenen Symphonieorchestern, wirkte an bedeutenden Opernhäusern und veröffentlichte zahlreiche Einspielungen klassischer Musik. Er arrangierte auch die Hymne der Europäischen Union.



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